Hornhecht: So überlistet ihr die Silberpfeile

10.05.2017
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Angeln auf Hornhecht

Wenn der Raps blüht, dann können wir uns aufmachen an die Küste. Ende April kommen die ersten Fische zum Laichen dicht unter Land. Die besten Monate zum Hornhechtangeln an der Ostsee und der Nordsee sind der Mai und der Juni. Hornhechte sind Schwarmfische. Sie lieben die Sonne und sie lieben ruhiges Wasser. Jetzt im Frühjahr kommen erst die größeren weiblichen Fische an die Küste – die männlichen folgen. Nach dem Laichgeschäft haben die Hornhechte mächtig Appetit. Gute Plätze zum Angeln auf Hornhecht sind Seegraswiesen oder Tangfelder. Auf der Jagd nach kleinen Heringen oder Sandaalen sind die Fische aber fast überall anzutreffen. Die Durchschnittsgröße der Hornhechte liegt bei gut 60 Zentimetern – aber auch die Meter-Marke lässt sich durchaus knacken. Tolle Spots zum Angeln auf Hornhechte findet ihr z.B. auf Fehmarn, rund um Rügen im Greifswalder Bodden, dem Kubitzer Bodden oder vor Kap Arkona, in Eckernförde, Warnemünde oder Kiel. Die zum Angeln auf Heringe sehr beliebten Stellen in Kappeln an der Schlei hingegen, sind den Hornhechten erfahrungsgemäß anscheinend etwas zu trübe.

Welche Rute zum Angeln auf Hornhecht? Welche Rolle zum Angeln auf Hornhecht?

In Punkto Gerät gleicht das Angeln auf Hornhecht dem Angeln auf Meerforelle. Prima geeignet ist eine 2,70 Meter lange Meerforellenrute mit einem Wurfgewicht im Bereich um 30 Gramm – kombiniert mit einer Rolle der Größe 3000 oder 4000. Bei dieser Variante setzen wir auf eine geflochtenen Schnur der Stärke 0,11 mm. Wollte ihr die Hornhechte mit Naturködern an der Sbirolino-Montage überlisten, ist diese Ausrüstung topp. Ansonsten gilt: je leichter das Gerät, desto mehr Spaß macht das Angeln auf Hornhecht. Wir setzen deshalb gerne auch auf 2,40 Meter lange Spinnruten mit einem Wurfgewicht um 30 Gramm oder aber auf noch kürzere Ruten mit einem Wurfgewicht um 10 Gramm. Die Rollengröße sollte natürlich angepasst werden. Dann darf es auch gerne eine 2500er bzw. ein kleines 1000er Modell sein. Letztere haben wir mit einer geflochtenen Schnur der Stärke 0,08 mm bespult. Mit einer Tragkraft von vier Kilogramm ist diese völlig ausreichend. Als Vorfach kommt eine monofile Schnur in der der Stärke 0,30 mm zum Einsatz.

Die Sbirolino-Montage zum Angeln auf Hornhecht

Die wohl bekannteste, die beliebteste und wahrscheinlich auch die erfolgreichste Methode zum Angeln auf Hornhecht, ist das Angeln mit Naturködern – also mit Herings- oder Hornhechtfetzen. Zum Einsatz kommt dabei ein Sbirolino oder aber eine Wasserkugel. Diese Kugeln haben allerdings einen Nachteil. Im kleinen Stift, mit dem wir die Wasserkugel fixieren, verfängt sich die Schnur im Wurf relativ häufig. Bleiben wir also beim Sbirolino – auch Bombarde genannt. Und so funktioniert´s: Auf die geflochtene Schnur fädelt ihr zu Beginn einen Posenstopper. Dieser Stopper arretiert unsere Montage. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es beim Werfen so zu wesentlich weniger Verwicklungen kommt als bei der freilaufenden Montage. Nun zieht ihr den Sbirolino bzw. die Bombarde auf und danach eine kleine Perle. Diese schützt den Knoten am Wirbel vor Beschädigungen durch den Sbirolino. Hornhechte sind nicht sonderlich scheu. Während das Vorfach beim Meeroellenangeln zwei Meter oder länger ausfallen sollte, reicht beim Angeln auf Hornhecht ein Meter völlig aus. Ans Ende des monofilen Vorfaches knotet ihr einen Einzelhaken – ein simpler Grinnerknoten hält perfekt. Diese Montage bietet sich übrigens auch hervorragend zum Angeln am Forellensee an – oder aber an der Küste zum Meerforellenangeln. Selbstverständlich fällt die Wahl des Köders dann etwas anders aus.

Naturköder zum Hornhechtangeln

Da Hornhechte nicht sonderlich wählerisch sind, kommen viele Naturköder in Frage. Ihr könnt es mit Wattwürmern oder Seeringelwürmern genauso versuchen wie mit einem saftigen Stück Speck. Dorsch hingen verschmäht der Hornhecht. Zu den Klassikern gehören die angesprochenen Herings- und Hornhechtfetzen. Schneidet aus den Fischen kleine fingerdicke und fingerlange Streifen, die spitz zulaufen - so flattern sie am Haken verführerisch. Die Haut der Hornhechte ist sehr fest und hält super am Haken. Die Haut der Heringe hingegen ist weicher – dementsprechend verabschieden sich die Fischfetzen im Wurf auch mal gerne. Kleiner Tipp: umwickelt den Heringsstreifen mit einem kleinen Stück Haushaltsdraht. Diese Montage führt ihr am besten im Zeitlupentempo – dabei könnt ihr zwischendurch auch kurze Spinnstopps einlegen. Lasst den Hornhecht beim Biss kurz mit dem Köder abziehen und setzt erst dann den Anhieb. Ihr könnt es selbstverständlich auch ganz ruhig angehen lassen und es euch beim Angeln auf Hornhechte am Strand gemütlich machen. Diese Montage funktioniert auch mit einer Pose oder aber einer Wasserkugel, die ihr wesentlich weiter auswerfen könnt.

Spinnköder zum Angeln auf Hornhecht

Alles was blitzt, blinkt und sich bewegt ist für Hornhechte interessant – die Palette der Köder zum Spinnfischen dementsprechend breit gefächert. Mit Meerforellenblinkern wie dem Hansen Flash, dem Stripper oder dem Toby von ABU Garcia lassen sich Hornhechte genauso überlisten wie mit kleinen Gummifischen, Twistern oder Zikaden. Ganz wichtig: achtet darauf, dass die Haken nicht zu groß sind. Wechselt die Drillinge eurer Blinker gegebenenfalls aus. Hornhechte haben einen sehr schmalen Schnabel. Kleine Drillinge der Größe 4 haken deutlich besser als zu große Modelle.Extra-Tipp: Montiert zwischen Blinker und Driling ein gut fünf Zentimeter langes Stück monofile Schnur. So können sich die Hornhechte im Drill nicht so schnell aushebeln.

Silkekrogen – der Seidenfaden

Beim Spinnfischen auf Hornhecht könnt ihr auf den Haken allerdings auch komplett verzichten. Ein tolle Alternative ist das sogenannte Silkekrogen – ein Seidenfaden, der besonders bei dänischen Hornhechtanglern sehr beliebt ist. Entfernt den Drilling aus dem Sprengring eures Blinkern und fädelt stattdessen das Silkekrogen ein. Diese Variante ist sehr effektiv. Im Biss verfangen sich die Hornhechte mit ihren kleinen Zähnen in der Seide. Ein Hornhecht, der auf Silkekrogen beisst, wird in der Regel nur selten wieder aussteigen. Probiert es mal aus.

Hornhechte schnell und einfach entschuppen

Der Hornhecht ist ein beliebter Speisefisch – egal ob geräuchert oder gebraten. Kommerziell wird er jedoch kaum befischt. Wer seine Küche nach dem Angeln sauber halten möchte, entschuppt die Fische direkt am Strand. Mit einen kleinen Trick geht’s ganz leicht. Nehmt euch einen handvoll Sand und streift den Hornhecht damit einige Male ab. Der Sand wirkt wie ein leichtes Schmirgelpapier. Eine saubere Lösung – denn gerade auf Küchenfliesen kleben Hornhechtschuppen besonders gut. Eine Anleitung zum Hornhecht filetieren siehst Du in diesem Video.

Warum haben Hornhechte grüne Gräten?

Die grünen Gräten des Hornhechtes schrecken viele Menschen ab – einige denken immer noch, sie seien giftig. Dem ist natürlich nicht so. Neben dem Hornhecht haben übrigens auch Aalmuttern und verschiedene Thunfischarten blau-grüne Gräten. Lange Zeit war diese Phänomen ein Rätsel. Mittlerweile haben es Wissenschaftler gelöst. Verantwortlich dafür ist demnach das Farbpigment Biliverdin – ein grünes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Das Biliverdin lagert sich im Bindegewebe und ganz besonders in der Knochenhaut ab. Wir Menschen kennen diesen Prozess von blauen Flecken, die wir nach einem kräftigem Stoß bekommen. Warum sich dieser Farbstoff jedoch nur bei wenigen Fischarten in den Gräten ablagert, ist nach wie vor unbekannt.