Testkurve und lbs-Angabe auf Karpfenruten. Was genau steckt dahinter?

16.01.2017
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Teil 1: Was bedeutet das Wurfgewicht auf Spinnruten?

Teil 3: Was bedeutet die lbs-Angabe auf Bootsruten?

Was ist die Testkurve?

Weiter geht’s mit den Pfundangaben auf Ruten. Die finden wir überwiegend auf Karpfen ruten und auf Bootsruten. Nehmen wir als Beispiel eine 3 lb Karpfenrute. lb ist die lateinische Abkürzung für libra und libra wiederum heißt Waage. Im englischen steht lb für das Pfund. Und ein Pfund gleich 454 g.

Lb ist übrigens die Einzahl, lbs die Mehrzahl. Viele sagen dazu auch Libs. Diese Pfundangabe auf unseren Karpfenruten sagt allerdigs ertsmal nichts über das Wurfgewicht aus, sondern über die so genannte Testkurve. Die Testkurve beschreibt, wie viel Gewicht ich an die Rute hängen muss, damit sich die zum 90 Grad Winkel biegt.

Meine Karpfenrute ist angegeben mit 3 Pfund. Wir wissen 1 Pfund ist 454 g. Also rechnen wir 454 mal drei. Und kommen gerundet raus bei 1.360 g. Die muss ich an die Spitze hängen, damit sich sich 90 Grad biegt. Wie aber finden wir jetzt das Wurfgewicht heraus? Auch dafür gibt es eine Formel. Wir nehmen diese 1,360Gramm und teilen sie durch den Faktor 16. Das ist ein Faktor den englische Rutenbauer errechnet haben und der sich zusammensetzt aus der Hebelkraft und der Beschleunigung beim Wurf. Das heißt, wenn ich ein entsprechendes Gewicht nehme, das natürlich viel leichter ist als diese 1360 g, voll durchziehe und die Rute auflade, wirkt sich das leichte Gewicht in der Beschleuningung aus als wären es 1.360 g.

Bei dieser Berechnung ist der Faktor 16 herausgekommen und den nehmen wir mal so hin. Wir teilen also unsere 1,360 g durch 16 und raus kommen 85 g. Davon wiederum ziehen wir sicherheitshalber wieder 10% ab. Und landen bei rund 76,6 Gramm. Dann sind wir bei dem empfohlenen Wurfgewicht. Ums dann beim nächsten Mal etwas einfacher zu machen, könnt ihr euch ganz einfach 1 Pfund ausrechnen. 76,6 durch drei. Dann seit ihr bei 25,5 g. Und wenn ihr dann also eine 2 Pfund Rute habt, nehmt ihr 25,5 mal zwei und ladet bei 51 g.

Viele rechnen auch anders gerundet mit 30 Grad pro Pfund. Aber wie gesagt, es sind Richtwerte. Das werden viele Karpfenangler bestätigen. Das solltet ihr am besten ausprobieren oder euch auch ganz gezielt über einzelne Ruten informieren. Nichtsdestotrotz: Wenn ihr eine Rute permanent überbelastet, können durchaus die die Kohlefasern reißen und irgendwann macht´s dann knack.