Angeln: Nach wie vor ein beliebtes Hobby

Angeln weiter im Trend

12.01.2017
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Vereine in Niedersachsen haben keine Nachwuchssorgen.

An Flüssen, Seen und an den Küsten gehören sie seit ewigen Zeiten zum Landschaftsbild: Angler, die ihre Ruten ins Wasser halten. Weit über 100.000 Freizeit-Angler gibt es in Niedersachsen. Es geht ihnen nicht nur um Fische.

Das Angeln erfreut sich auch in Zeiten von Facebook, Twitter und Onlinespielen im virtuellen Netz großer Beliebtheit. „Angeln ist weiter im Trend, auch bei vielen Jugendlichen“, sagt der Fischereibiologie Matthias Emmrich vom Anglerverband Niedersachsen. Bei den jungen Leuten gehe es nicht nur um das Fischefangen an sich, sondern auch um das Naturerlebnis.

Mehr als 90.000 Mitglieder hat der Verband, weitere knapp 50.000 sind im Landessportfischereiverband Weser-Ems organisiert. Und alle kümmern sich neben dem Angeln um Artenschutz, Aufzucht bedrohter Kleinfischarten und organisieren Müll- und Pflanzaktionen. Das Bild des Anglers hat sich laut Emmrich gewandelt. „Vor 30 Jahren saß der Angler still am See und wartete, bis der Fisch kam." Heute sei das aktive Angeln vor allen bei jüngeren Leuten im Trend.

Angelsport hat sich verändert

Raubfische wie Hecht und Zander würden beispielsweise so gefangen: Der Angler hält seine Rute an einer Stelle für 5 bis 10 Minuten ins Wasser und wechselt dann zur nächsten Angelstelle. Die organisierten Angler halten nicht nur ihre Ruten ins Wasser um Fische zu angeln.

Über 1.000 Still- und Fließgewässer in Niedersachsen werden von den Vereinen gepflegt und bewirtschaftet. Dazu zählen neben anderen Maßnahmen der Bau und Betrieb von Fischbrutanlagen, Bestandskontrollen und Gewässeruntersuchungen. 

Niedersachsen macht es den Anglern im Vergleich zu anderen Bundesländern leicht. Denn um an der Küste und den Binnengewässern angeln zu können, benötigt man nach Angaben des Landesfischereiverbandes Weser-Ems keinen Fischereischein. „An der Nordsee darf ohne jede Erlaubnis geangelt werden, Personalausweis reicht“, sagte Emmrich.

Da die meisten Binnengewässer verpachtet sich, braucht man jedoch einen Erlaubnisschein vom Pächter. Wer in einem Verein Mitglied werden will, muss allerdings in den meisten Fällen eine Fischereiprüfung ablegen, nach einem etwa 30-stündigen Ausbildungskurs folgt die schriftliche und praktische Prüfung. Beim Anglerverband legen in den angeschlossenen Vereinen im Schnitt jedes Jahr über 5.000 Angler ihre Prüfung ab. Fast 10.000 Stunden werden von den Ausbildern dafür jährlich ehrenamtlich geleistet.

Fischereischein auf Lebenszeit

Nach bestandener Prüfung bekommt der Angler auf Antrag beim zuständigen Ordnungsamt einen Fischereischein, der in Niedersachsen auf Lebenszeit ausgestellt wird.

Probleme bereitet dem Anglerverband zunehmend die Schwarz-Angelei mit dem illegalen Auslegen von Reusen oder Netzen. „Wir haben unter anderem im Mittellandkanal und im Steinhuder Meer schon Reusen gefunden“, berichtet Emmrich. Damit holten diese Leute mehr Fische raus, die meist in den Verkauf gingen. „Die Hobby-Angler sind mit zwei bis drei Fischen für den Eigenbedarf zufrieden.“

Dem Anglerverband Niedersachsen sind 335 Vereine angeschlossen. In der Altersstruktur führen mit einem Anteil von fast 40 Prozent Angler im Alter von 46 bis 65 Jahren. Die Altersgruppe bis 30 Jahre umfasst 21,4 Prozent der Angler.

dpa/Foto:Fotolia