Eine App, die Leben retten kann

18.01.2017
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Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger geht mit SafeTrx an den Start

Die Rettung aus einer Notfallsituation geht umso schneller, je genauer sich die Position der Menschen bestimmen lässt, die sich auf Nord- oder Ostsee in Not befinden. SafeTrx ist eine innovative App für Android und iPhone. Mit ihrer Hilfe kann die SEENOTLEITUNG im Ernstfall feststellen, wo sich eine Person befindet. Was diese App alles für Ihre Sicherheit im Ernstfall leistet, wie sie installiert und eingerichtet wird, lesen Sie auf diesen Seiten:

„Diese Tracking-App schließt eine Lücke“

Eine leider allzu bekannte Szene für die Seenotretter: Sie werden alarmiert, ein Angler ist seit Stunden überfällig. Wo genau er auf Beutezug gegangen ist, können die Angehörigen nicht sagen. Eine groß angelegte Suche mit Seenotrettungskreuzern, Seenotrettungsbooten und Hubschraubern beginnt. Das Suchgebiet ist riesengroß …

Gerade bei Dunkelheit ist es ein herausforderndes Unterfangen, ein kleines, spärlich beleuchtetes Boot zu finden. Allein in Mecklenburg-Vorpommern ertranken 2015 vier Angler auf der Ostsee. Die neue Handy-App hätte ihnen vielleicht das Leben retten können.

SafeTrx – abgeleitet von „safe tracks“ – steht für „sichere Routen“ und wird gesprochen „säef träx“ ausgesprochen. Die App ist zwei Versionen verfügbar:

„Diese Tracking-App schließt eine Lücke zwischen der professionellen Ausstattung an Bord großer Schiffe und Yachten einerseits und der Ausstattung kleiner Boote und Surfer oder Kitesurfer andererseits“, sagt Dirk Hinners-Stommel, Leiter der SEENOTLEITUNG (MRCC). Und: „Sie ist aber auch als zusätzliche Absicherung nützlich, sollte ein bordeigenes Funkgerät ausfallen.“

So funktioniert die App: Sie zeichnet die Position einer Yacht, eines kleinen Motorbootes oder auch – wenn das Handy wasserdicht verpackt ist – eines Surfers auf und sendet sie. Die Daten können dann im Notfall von den Seenotrettern abgerufen werden. Dazu Dirk Hinners-Stommel: „Dadurch können wir im Notfall die Position eines Gesuchten ziemlich exakt bestimmen oder das Suchgebiet stark eingrenzen. Hilfe erreicht so schneller ihr Ziel.“ Und das kann lebensrettend sein, wie zahlreiche Fälle zum Beispiel aus Großbritannien, Irland, Australien oder den Niederlanden zeigen, wo die App bereits im Einsatz ist.

SafeTrx löst nicht automatisch einen Alarm bei der SEENOTLEITUNG aus. Hat der Wassersportler Ziel und Ankunftszeit seines Törns vor Abfahrt gespeichert, wird er zunächst selbst per SMS erinnert, falls seine Ankunft überfällig ist. Erst bei einer Verspätung von mehr als 15 Minuten wird ein zuvor gespeicherter, privater Notfall-Kontakt alarmiert. Dieser wiederum kann dann die Seenotretter informieren. Wer in Seenot gerät, kann aber auch selbst schnell Hilfe holen. Ein Drei-Sekunden-Druck auf den Bildschirm mit Bestätigung genügt, dann wird ein Notruf an die SEENOTLEITUNG (MRCC) ausgelöst und zugleich die aktuelle Position übermittelt.

Auch wenn die Mobilfunkverbindung unterwegs unterbrochen sein sollte, speichert die App zunächst im Handy die Positionsdaten und überträgt sie bei einer erneuten Verbindung auf den Server. Die App ist auch auf Englisch zu nutzen.

SafeTrx bietet noch viel mehr als reine Tracking- und Alarmierungs-Funktionen. Ob Seekajakfahren oder Wellenreiten, für jede gängige Wassersportart gibt es eine integrierte, persönlich anzupassende Checkliste, damit nicht vergessen werden kann, vor dem Start wichtige Funktionen des Sportgeräts zu prüfen und Sicherheitschecks zu machen.

„Wir sind davon überzeugt, dass die App für Wassersportler eine sinnvolle Unterstützung bietet“, sagt der Leiter der SEENOTLEITUNG (MRCC). „Die Erfahrungen der Seenotrettungsdienste, die SafeTrx bereits nutzen, zeigen, dass die App sehr hilfreich ist – gerade auch für Wassersportler wie beispielsweise Angler, die sonst in der Regel keine Profiausrüstung an Bord haben.“

Bei Fragen rund um die App helfen die Seenotretter gerne per Mail weiter. Mehr über SafeTrx findet sich auf der Website der App.

Quelle: DGzRS