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Ran an Hecht, Zander, Barsch & Co.

Unter dem Begriff „Raubfisch“ fassen wir prinzipiell alle Arten zusammen, die sich von Fischen oder anderen Beutetieren ernähren. Im weiteren Sinne gehören dazu natürlich auch alle Räuber, die in unseren Meeren zuhause sind. Sprechen Angler über Raubfische, meinen sie im engeren Sinne aber meist unsere Süßwasserfische – also Hecht, Barsch, Zander, Wels, Aal und in Teilen noch Rapfen und Döbel. Diese beiden Arten zählen zwar eigentlich zu den Karpfenfischen, ernähren sich vielfach aber auch räuberisch.

Und trotzdem: Eine Universalmethode all diese Fische zu überlisten, gibt es nicht. Dafür leben und ticken sie einfach zu verschieden. Viele Techniken sind zwar ähnlich und lassen sich zum Teil auf die einzelnen Arten übertragen, dennoch sollten wir uns ganz individuell auf sie einstellen, um am Wasser erfolgreich zu sein. Nur mal in den Raum geworfen, die Schlagwörter Drop-Shot, Jerken, Twitchen, Carolina Rig oder Textas Rig. Aber der Reihe nach.

Der Hecht

Der Hecht gehört wohl zu den faszinierendsten Räubern unserer Gewässer. Sein lateinsicher Name Esox lucius bedeutet soviel wie hungriger Wolf. Selbstverständlich heißt dies nicht, dass wir es beim Hecht mit einer Fressmaschine zu tun haben, die alles vertilgt, was sich in seine Nähe wagt. Sehr beeindruckend allerdings: Hechte schrecken auf der Jagd selbst vor Beutefischen oder Artgenossen, die nur unwesentlich kleiner sind als sie selbst, nicht zurück. Dabei stoßen sie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h blitzschnell zu. Möglich macht das ihr torpedoförmiger Körper. Neben anderen Fischen lässt sich Esox lucius übrigens auch gerne mal kleine Wasservögel, Entenküken, Mäuse, Ratten oder Frösche schmecken. Je nach Beschaffenheit seines Lebensraumes ist er hellgrün bis olivgrün gefärbt. Ebenfalls abhängig von Gewässer und Region sind Wachstum und Alter. Als Maximalgröße stoßen wir in der Literatur immer wieder auf gigantische 1,50 m. Solche Fische gelten allerdings als absolute Ausnahme und wurde bislang nur selten verlässlich dokumentiert.

Hechte fühlen sich sowohl in Teichen, Seen und Flüssen wohl. Dort halten sie sich besonders gerne an Plätzen auf, die ihnen Deckung bieten. Deshalb interessant beim Hechtangeln: Umgestürzte Bäume, große Steine, Buhnen, Rinnen, Brückenpfeiler oder krautige Bereiche. Der Hecht gilt zwar als Standfisch – in der Regel hält er sich allerdings dort auf, wo auch seine Beute nicht weit ist.

Hechtangeln mit Kunstködern

Hechtangeln ist nicht nur spannendend, sondern es auch extrem abwechslungsreich. In Punkto Kunstköder können wir dabei aus dem Vollem schöpfen. Der Markt ist extrem breit gefächert und besonders für Einsteiger erstmal recht unübersichtlich. Deshalb an dieser Stelle Grundlegendes. Beim Spinnfischen auf Hecht angeln wir aktiv. Das heißt, wir versuchen unserem Köder Leben einzuhauchen. Egal ob am Grund, im Mittelwasser oder an der Oberfläche. Beim Hechtangeln kommen Gummifische, Hecht Wobbler, Jerkbaits, Popper, Blinker oder Spinner ans Band. All diese Köder sollen dem Hecht eine leicht zu überlistende Beute vorgaukeln. Der große Vorteil beim Spinnfischen auf Hecht: Wir können im wahrsten Sinne des Wortes Meter machen, sind nicht an einen Platz gebunden und können so große Flächen absuchen. Während Metallköder wie Blinker und Spinner beim Hechtangeln - leider zu unrecht - etwas in Vergessenheit geraten sind, setzen viele Angler vor allem auf Gummifische, Wobbler und Jerkbaits. Besonders Gummifische lassen sich beim Angeln auf Hecht extrem Variantenreich und in allen Wasserschichten führen. Jerkbaits hingegen sorgen vor allem im flachen Wasser oder an der Oberfläche für echte Adrenalinschübe. Jeder, der die oft extrem aggressiven Hechtattacken beim Jerken schon erlebt hat, weiß was gemeint ist. Alle anderen sollten es auf alle Fälle mal ausprobieren.

Hechtangeln mit Köderfisch – Deadbaiting

Der Klassiker: Hechtangeln mit toten Köderfischen. Diese Methode lassen bei uns viele Raubfischangler leider immer mehr links liegen. Anders im Ausland. Vor allem bei den Briten ist das sogenannte Deadbaiting nach vor sehr beliebt. Und das aus gutem Grund: Hechte sind nicht sonderlich wählerisch. Einen schönen Happen, den sie ohne großen Energieaufwand locker im Vorbeischwimmen verputzen können, nehmen sie gerne mit. Es gibt sogar eine Theorie, die besagt, dass sich vor allem ältere bzw. kapitale Hechte deshalb besonders gut mit toten Köderfischen überlisten lassen. Unabhängig davon haben aber auch die entsprechenden Angelmethoden ihren Reiz. So steigt die Spannung ins unermessliche, wenn ein Hecht unsere Pose in die Tiefe oder aber beim Grundangeln unsere Schnur langsam von der Rolle zieht.

Neben Rotaugen oder Rotfendern, die in unseren Gewässern extrem häufig vorkommen, sind beim Hechtangeln auch Salzwasserfische wie Makrelen absolute Topköder.

Das Angeln mit lebenden Köderfischen ist in Deutschland seit etlichen Jahren verboten.

Der Barsch

Vom kleinen Ententeich bis zum großen Baggersee – Barsche kommen in fast allen Gewässern vor. An ihre Umgebung sie sind nicht sonderlich anspruchsvoll. Große Fische sind oft als Einzelgänger unterwegs, kleine meist im Schwarm. Barsche sind extrem neugierig und dementsprechend leicht zu reizen. Was jedoch nicht unbedingt heißt, dass sie auch leicht zu fangen sind. Barsche ernähren sich von Würmern und Larven sowie von kleinen Beutefischen. Als Kannibalen machen sie allerdings auch vor ihrer eigenen Art nicht halt. Barsche lieben Unterstände. Zu ihren bevorzugten Standplätzen gehören versunkenes Holz, Steganlagen, Boote, Wurzeln oder Unterwasserberge.

Meist halten sie sich in Grundnähe auf. Besonders in der wärmeren Jahreszeit sollten wir beim Barschangeln aber auch das Mittelwasser oder die Oberfläche nicht vernachlässigen. Mit etwas Glück können wir beim Angeln auf Barsch dann echte Sternstunden erleben.

Barschangeln mit Kunstködern

Wollen wir Barsche angeln, können wir uns auf zum Teil sehr abgefahrene Kunstköder stürzen – müssen wir aber nicht. Auch die guten alte Spinner und Twister fangen selbstverständlich noch immer ihre Fische und sollten in keiner Angelkiste fehlen. Vielfach werden sie sogar unterschätzt. Nichtsdestotrotz: Experimentieren macht Spaß und das können wir beim Barschangeln besonders gut. Beim Blick auf kleine Stickbaits, Jerkbaits, Barsch Wobbler, Gummifische, Gummiwürmer oder so genannte Creature Baits wird klar: Wir haben die Qual der Wahl. Genauso facettenreich sind die entsprechenden Methoden beim Barschangeln. Besonders beliebt: Das Drop-Shot Rig. Beim Angeln mit der Drop-Shot Montage wird am Ende des Vorfaches ein Blei montiert. Mit dem Palomarknoten oder einem Springerknoten bindet ihr einige Zentimeter darüber einen Drop-Shot-Haken ein. Zum einen bewegt sich unser Köder so beim leichtesten Zupfer mit der Rute verführerisch, zum anderen können ihn die Barsche problemlos einsaugen ohne umgehend Verdacht zu schöpfen. Ebenfalls sehr gängig: Das Carolina Rig und das Texas Rig.

Beim Carolina Rig fädelt ihr ein sogenanntes Bulletweight auf die Hauptschnur. Es folgt eine Glasperle und ein kleiner Wirbel. Dann hängt ihr ein Vorfach ein, an dessen Ende ein unbeschwerter Haken geknotet wird. Zum Einsatz kommen, je nach Ködertyp, oft sogenannte Offset-Haken oder Wide Gap Haken. Lupft ihr das Carolina Rig in kleinen Sprüngen über den Grund, folgt unser Köder im Zeitlupentempo. Das Texas Rig ist ganz ähnlich aufgebaut. Allerdings wird das Bulletweight dabei direkt auf dem Vorfach vor dem Haken montiert. Köder zum Barschangeln sind in der Regel zwischen fünf und zehn Zentimeter lang. Je nach Situation darf es aber auch gerne mal eine kleinere oder größere Portion sein.

Barschangeln mit Köderfisch und Würmern

Egal ob mit der Pose oder am Grund: Beim Barschangeln mit Naturködern sind Würmer absolut topp. Sowohl kleinen Rotwürmern als auch dicken Tauwürmern können Barsche nur schwer widerstehen. Zieht die quirligen Burschen auf einen Haken der Größe 8 bis 10. Achtet darauf, dass sie sich noch frei bewegen können - so sind sie für Barsche eine besonders attraktive Beute. Gibt es viele Fehlbisse auf die großen, saftigen Tauwürmer, versucht es mit einem halben Wurm. Kleiner Tipp: Ein paar zusätzlichen Maden auf dem Haken, sorgen für einen extra Reiz.

Ebenfalls am Grund oder an der Pose könnt ihr beim Barschangeln fingerlange tote Köderfische anbieten. In Frage dafür kommen Rotaugen, Rotfern, Grundeln, Gründlinge oder auch kleine Barsche. Während wir mit der treibenden Pose größere Flächen abfischen können, liegt unser Köder beim Angeln auf Grund fix am Platz. Tipp: Füttert die Stelle ruhig regelmäßig mit ein paar Maden oder zerschnittenen Würmern an.

Der Zander

Der Zander ist ein lichtscheuer Bursche. Er mag es dunkel, trübe und gerne warm. In glasklaren, kalten Gewässern fühlt er sich hingegen nicht sonderlich wohl. Genauso wenig schätzt er krautige oder schlammige Bereiche. Zander stellen ihren Bauch lieber über sandigen oder kiesigen Grund. Ob im See, im Fluss oder im Kanal – generell bevorzugen Zander eher die etwas tieferen Stellen im Gewässer. Oft stehen sie an Kanten, sogenannte Barschbergen, Buhnen, tiefe Rinnen oder großen Steinen. Das Wissen darum ist natürlich auch beim Zanderangeln die halbe Miete. Im Gegensatz zu Kollege Esox hat der Zander ein kleineres Maul und einen kleineren Magen. Dementsprechend legt er sich auf der Jagd mit den ganze dicken Brocken eher nicht an. Lieber zieht er häufiger los und begnügt sich mit etwas kleineren Portionen. Auch das ist beim Angeln auf Zander ein wichtiger Aspekt. Auf die Jagd gehen Zander übrigens häufig im Trupp. Am frühen morgen und in der Dämmerung wagen sie sich dabei oft bis zum Ufer vor, wo wir sie dann auch im Mittelwasser überlisten können. Eher als Einzelgänger gelten kapitale Zander. Besonders in größeren Seen finden wir die Fische immer wieder fernab der typischen Standplätze und fernab vom Grund. Auch diese Zander können wir gezielt ans Band locken. Eine entsprechende Methode, die immer populärer wird: Das pelagische Vertikalangeln. Ohne hochwertige Echolot-Technik geht dabei allerdings nichts. Vom Boot aus suchen wir quasi die Nadel im Heuhaufen. Doch zum Glück gibt es beim Zanderangeln reichlich Alternativen.

Zanderangeln mit Kunstködern

Auch beim Zanderangeln können wir ganz tief eintauchen in die bunte Welt der Kunstköder. Tackle-Verrückte kommen hier voll auf ihre Kosten. Allerdings sah das auch mal ganz anders aus. Lange Zeit galt es als schwierig, Zander mit Kunstködern zu überlisten. Zugegeben, wir sprechen über eine Zeit, in der Spinner und Blinker noch das absolute Nonplusultra waren - bis dann irgendwann ein kleiner, weicher Plastikköder für eine echte Revolution beim Zander angeln sorgte: Der Twister am Jigkopf. Plötzlich war alles anders. In leichten Sprüngen über den Grund geführt, entwickelte sich der Twister zur echten Fangmaschine. Und nach wie vor ist das Jiggen auf Zander eine absolute Erfolgsmethode. Der Twister allerdings, wird dabei mittlerweile recht stiefmütterlich behandelt. Anfangs schwappten vor allem aus den USA immer mehr Zanderköder zu uns rüber. Heute heißt das große Stichwort beim Zanderangeln für viele Spezialisten: Japan-Tackle. Gummifische zum Angeln auf Zander sind schon lange mehr als einfache Fischimitationen. Wir können wählen zwischen dem Action-Shad und dem No-Action-Shad. Zwischen dem Pintail und dem V-Tail. Zwischen dem Schaufelschwanz und dem Fransenköder. Dazu gibt es die ungewöhnlichsten Gummiwürmer, Grubs und Creature Baits. Die Auswahl zum Zander angeln ist riesig. Und alle fangen sie irgendwie ihre Fische. Beim Vertikalangeln, beim Drop-Shotten oder beim Faulenzen. Am Carolina-Rig oder dem Texas-Rig – den sogenannten Finess-Rigs. Und nicht zu vergessen: Die vielen verschiedenen Zanderwobbler. Wobbler zum Schleppen, Kurbeln und Twitchen. Die meisten Köder und Methoden, die wir zum Zanderangeln einsetzen, machen sich übrigens auch beim Barschangeln ganz hervorragend. Besonders Einsteiger sollten sich vom großen Angebot nicht verunsichern lassen. Schnappt euch zum Zander angeln eine straffe Rute mit einem Wurfgewicht um 50 g, eine Stationärrolle der Größe 2500 bis 4000, eine geflochtene Schnur der Stärke 0,12 mm und ein paar schlanke Gummifische. So ausgestattet, seid ihr für die meisten Situationen gut gerüstet.

Zanderangeln mit Köderfisch

Beim Zanderangeln mit toten Köderfischen können wir auf die Grundmontage oder die Posenmontage setzen. Wollen wir aktiv angeln, kommt noch das so genannte.

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