Dorschangeln: Mit dem Kleinboot auf der Ostsee

30.03.2016
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Dorschangeln auf der Ostsee

Es geht auf an die Küste. Und das ist leider nicht immer ein Katzensprung. Wer nicht in Norddeutschland wohnt, muss vor dem Dorschangeln Kilometer fressen. Wir kommen aus Bielefeld und gehören definitiv dazu. Neustadt in Holstein bietet sich für eine Kleinboot-Tour deshalb prima an. Auf dem Weg in den Norden gehört die Neustädter Bucht zu den ersten interessanten Zielen. Hier machen wir Stopp. Direkt im Hafen liegen die Boote von Kalles Angelshop und Martin´s Angeltreff. Wichtig: Die Leihboote solltet ihr auf alle Fälle telefonisch reservieren.

Muss dabei sein: Der Ergänzungsschein Schleswig-Holstein

Seit einigen Jahren gilt: Wer in Schleswig-Holstein angeln möchte und nicht von der Küste kommt, muss eine Fischereiabgabe bezahlen. Dafür brauchen wir den Ergänzungsschein zum Nachweis der Fischereiabgabe für Fischereischeininhaber anderer Bundesländer. So heißt dieser Schein offiziell. Die entsprechende Marke bekommt ihr z.B. vor Ort für 10 Euro in Kalles Angelshop oder aber online auf der Seite der Landesregierung. Der Schein ist ein Jahr gültig und muss mitgeführt werden.

Blick auf die Wettervorhersage

Ob es raus geht oder nicht, darüber entscheiden die Bootsvermieter in der Regel am Abend vor der Tour – und zwar nach dem Blick auf die aktuelle Wettervorhersage. Schließlich wollen wir alle kein Risiko eingehen. Heute klappt zum Glück alles. Das Wetter ist zwar mies, aber der Wind weht nur leicht. Da wir zu viert sind, haben wir uns mit der Venatus von Kalles Angelshop für ein etwas größeres Boot entschieden. Am Heck ein 15 PS Motor. Das heißt: Einen Bootsführerschein braucht ihr nicht. Außerdem in der Vermietung: Einige acht und etliche fünf PS Boote. Bevor es los geht, bekommt jeder Angler im Hafen eine ausführlich Einweisung in Technik und Sicherheitsausrüstung. Und selbstverständlich gibt es Tipps zu den entsprechenden Spots aus erster Hand. Danach heißt es: Ran den Dorsch.

Fische finden und fangen: Gute Plätze zum Angeln auf Dorsch

In der Neustädter Bucht ist die Ostsee relativ strukturlos. Die große Frage deshalb: Wo stehen die Dorsche eigentlich? Ein Blick auf die Seekarte hilft uns weiter. Interessant sind alle Plätze, die dem Dorsch Abwechslung bieten. Dazu gehören Steine, Krautfelder, alte Wracks oder Rinnen. Diese Hotspots sind in diesem Revier oftmals nur sehr klein, aber immer eine gute Wahl. Gut zusehen ist z.B. die allgemeine Gefahrentonne in Pelzerhaken, die eine große Sandbank markiert. Vorsicht: im küstennahen Bereich ist es dementsprechend extrem flach. Außerdem interessant: Die Rinne vor dem Klinikum in Neustadt. Bitte beachten: Spots, die weiter draußen liegen, dürfen wir nur mit Booten anfahren, die eine Dreimeilen-Zulassung haben.

Köder zum Dorschangeln

Auch auf dieser Dorsch-Tour sind unsere Boxen prallgefüllt mit Gummifischen in den Größen 12 bis 17 Zentimeter. Die Erfahrung hat gezeigt, dass zu den absoluten Topp-Farben beim Dorschangeln vor allem Orange, Schwarz-Glitter, Braun-Glitter (Motoroil) und Blau-Glitter zählen. Besonders Orange ist oft eine echte Bank. Abhängig von den Bedingungen kommen wir hier vor Neustadt mit Jigköpfen zwischen 20 und 80 Gramm prima hin. Zudem haben wir immer ein paar Wobbler zum Schleppen dabei. Stehen die Dorsche verteilt, können wir so eine große Fläche absuchen. Gute Dienste dabei leistet z.B. der Rapala Deep Tail Dancer in der Farbe Firetiger.

Rute und Rolle zum Angeln auf Dorsch

Nicht selten sieht man Angler, die es mit ihrem Tackle derbe übertreiben. Schwere Bootsrute und große Rollen sind auf der Ostsee fehl am Platz und völlig überdimensioniert. Das Norwegen-Geschirr kann getrost im Keller bleiben. Wir setzen auf mittelschwere Hecht- oder leichte Pilkruten. Wenn möglich auch gerne auf kurze Vertikalruten. Eine Rolle in der Größe 3000 bis 4000 ist ausreichend. Dazu verwenden wir geflochtenen Schnüre in der Stärke um 0,16 mm. Passen dazu ein 0,40 mm starkes monofiles Vorfach. Das Monofil bringt beim Dorschangeln etwas Dehnung in die Geschichte und ist um einiges abriebfester als geflochtene Schnur. Besonders wichtig, wenn wir die Fische im Bereich von Muschelbänken suchen.

In diesem Film findet ihr viele weitere Basics zum Dorschangel vom Boot oder dem Kutter.