Basics für Rapfen

31.08.2010
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So geht´s ran an Rapfen. 10 Tipps von Autor und Hardy&Greys-Teamangler Florian Läufer.
-         Die richtige Jahreszeit
-         Die Gewässer
-         Hotspots
-         Die Wahl der Rute
-         Die Wahl der Rolle
-         Die richtige Köderführung
-         Florians Köder
-         Gummis, Blinker etc.
-         Florians Vorfach
-         Die Bremseinstellung

Rapfen angeln

Rapfen angeln ist Adrenalin pur. Kaum ein anderer heimischer Fisch attackiert unsere Köder derart aggressiv wie der Rapfen. Dabei zählt der Schied, wie er auch genannt wird, nicht mal zu den klassischen Jägern, wie der Hecht oder Zander. Rapfen gehören zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Wie andere Friedfische auch, ernähren sie sich anfangs von Würmern, Schnecken, Larven und Plankton. Erst mit zunehmenden Alter leben Rapfen überwiegend räuberisch – genauso ist es übrigens beim Döbel. Aber wann und wie überlisten wir die Rapfen am besten? Rute&Rolle-Autor Florian Läufer hat sich lange und intensiv mit dem Angeln auf Rapfen beschäftigt und sogar ein Buch darüber geschrieben. Hier kommen seine Tipps.

Die beste Jahreszeit zum Rapfen angeln

Wenn im Frühjahr die Wassertemperaturen steigen, steigen auch unsere Chancen auf kampfstarke Rapfen. Meist ist das Mitte bis Ende Mai der Fall. Oft stehen die Fische dann noch etwas tiefer. Unsere Wobbler für Rapfen sollten wir dementsprechend anpassen. Modelle, die in anderthalb bis zwei Meter Tiefe laufen, sind dann optimal. Oft gilt mit dem Blick auf´s Wetter: Je heißer, desto besser. Rapfen lassen sich zwar das ganze Jahr über fangen, aber mollig warme Temperaturen mögen sie besonders gerne. Dann dürfen unsere Wobbler entsprechend flach laufen. Zudem heißt es dann: Rapfenangeln mit Oberflächenködern oder Poppern.

Die besten Gewässer zum Rapfen angeln

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Chance auf einen Rapfen im Fließgewässer höher ist, als im Seen oder im Kanal. Zum einen lieben Rapfen aufgewühltes Wasser, Strömung und Verwirbelungen. Zum anderen sind es genauso diese Faktoren, die das Wasser oft trüben und die Fische unvorsichtiger werden lassen.

Gute Plätze zum Angeln auf Rapfen

Wie bereits erwähnt, bevorzugen Rapfen bewegtes Wasser. Das können Zuflüsse sein, Einläufe der Industrie, Strömungskanten, Verwirbelungen an Brückenpfeilern und Markierungsbojen oder Buhnenfelder bzw. Buhnenköpfe. Allerdings heißt Rapfenangeln auch: Rapfen suchen. Bleiben die Bisse an einem Spot aus, sollten wir nach einigen Minuten den nächsten Platz ansteuern.

Die passende Rute zum Rapfen angeln

Anfangs hat Florian auf Ruten gesetzt, die er auch zum Zanderangeln verwendet – sprich, im Wurfgewichtsbereich zwischen 20 und 50 g. Nach etlichen Aussteigern stellte sich allerdings heraus, dass es bei der Rapfenangelei gerne etwas weniger seien darf. Ruten mit einem Wurfgewicht zwischen15 und 40 g sind optimal. Im Endeffekt also Gerät, das wir auch zum Angeln auf Barsch oder Forelle einsetzen. Das leichte Geschirr puffert die harten Bisse der Rapfen gut ab.

Welche Rolle und welche Schnur darfs bei der Rapfenangelei sein?

Die Wahl der Rolle ist im Prinzip Geschmacksache. Bedenken sollten wir allerdings, dass Rapfen besonders auf eine schnelle Köderführung „anspringen“. Ist die Rolle zu kleine, müssen wir schon extrem viel Gas geben, um unsere Köder auf Tempo zu bringen. Eine sehr große Rolle hingegen passt nicht gerade sonderlich gut zur leichten Ruten. Stationärrollen der Größe 2500 bis 4000 sind deshalb perfekt. Wie beim Angeln auf Zander, reicht eine 0,11er geflochtene Schnur völlig aus. Um Dehnung in die Sache zu bringen, sollten wir allerdings ein kräftiges monofiles Vorfach mit einem Durchmesser von 0,40 mm vorschalten. Wichtig: auf Qualität von Knoten und Kleinteilen achten. Rapfen haben ordentlich Power.

Wobbler zum Rapfen angeln

Ganz wichtig bei der Köderwahl: Die Wobbler sollten sich auch in der Strömung fix einkurbeln lassen und möglichst flach laufen. Zum Einsatz kommen Modelle zwischen 5 und 10 Zentimeter Länge. Folgende Wobbler haben sich beim Angeln auf Rapfen bewährt.

  • Illex Squad Minnow 80

  • Salmo Butcher

  • Illex Watermonitor 85

  • Duo Terrif DC-9 Bullet

Wobbler in Aktion: Den Terrif DC-9 von Duo haben wir euch bereits ausführlich vorgestellt.

Allerdings lassen sich Rapfen nicht nur mit Hardbaits verführen. Auch Gummifische sind erfolgversprechend. Wir haben´s getestet - das Ergebnis seht ihr hier: Das Rapfenduell - Gummi gegen Wobbler.

Die richtige Köderführung beim Angeln auf Rapfen

Bei der Köderführung gilt: Zügig aber nicht hektisch. Rapfen sind echte Torpedos und legen bei der Jagd ein unglaubliches Tempo vor. Unsere Köder sollten wir deshalb mit ordentlich Speed einkurbeln. Selbst wenn die Bisse ausbleiben – eine langsamere Köderführung bringt auch dann in der Regel nicht den gewünschten Erfolg. Wechselt lieber den Platz und versucht es dort weiter.

Rapfen im Herbst und Winter

Rapfen gelten zwar allgemeinhin als Sommer-Räuber - was allerdings nicht heißt, dass sie im Rest des Jahres unfangbar sind. Selbst wenn die Temperaturen im Herbst und vor allem im Winter stark fallen, lassen sich die Fische natürlich überlisten.

Wo ihr die Fische dann findet und wie ihr sie ans Band bekommt, seht ihr hier: Rapfen angeln im Winter.