Forellenangeln: Rute und Montage für den Forellensee

10.03.2016
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Flexibel Forellenangeln

Wenn ihr an den Forellenteich geht, könnt ihr einen ganzen Rutenwald mitnehmen, müsst ihr aber nicht. Wir stellen euch für das Forellenangeln eine klassische Allround-Ausrüstung vor, mit der ihr extrem flexibel seid. Eine Rute und eine Montage, die ihr am Forellensee ganz unterschiedlich einsetzen könnt. Egal ihr lieber auf Naturköder wie Bienenmaden oder Mistwürmer setzt - oder aber mit Forellenteig schleppen möchtet. Den Fokus legen wir auf kleinere und mittgroße Forellenseen.

Die richtige Rute für den Forellenteich

An Forellenseen in überschaubarer Größe haben wir häufig nur wenig Platz. Ein Problem vor allem beim Werfen. Zum einen stehen die Angler dicht an dicht - zum anderen kriegen wir es oft mit Bäumen und Sträuchern zu tun. Eine zu lange Rute ist hier nur hinderlich - Abrisse und Tüdel sind vorprogrammiert. Nicht selten verzieren am Forellenteich bunte Posenmontagen und Wasserkugeln Äste, Zweige und diverse Leitungen. Als Standardmodell entscheiden wir uns deshalb für eine 3, 60 m lange Spinnrute mit einem Wurfgewicht von 4 bis 20 Gramm. Mit einer solchen Rute seid ihr perfekt ausgerüstet und könnt euch auf etliche Situationen einstellen. Auch an kleinen Forellenteichen lässt sich diese Länge noch prima handeln. Die Spitze der Rute sollte recht sensibel sein – gleichzeitig muss der Blank genug Power haben, um beim Forellenangeln auch größeren Fischen Paroli zu bieten. Kräftige Regenbogenforellen machen mächtig Alarm und verlangen unserem Gerät einiges ab.

Rolle und Schnur zum Angeln am Forellensee

Diese Rute kombinieren wir mit einer kleinen Spinnrolle in der Größe 2500. Auch beim Forellenangeln gilt: Achtet darauf, dass sie die Schnur gut verlegt und die Bremse ruckfrei anläuft. Ob Front- oder Heckbremse, das ist Geschmacksache. Meist sind Stationärrollen mit Frontbremse etwas unempfindlicher. Und apropos Schnur. Am Forellenteich kommen in der Regel monofile Schnüre in den Stärken 0,16 mm bis 0,20 mm zum Einsatz. Im Gegensatz zu geflochtenen Schnüren haben sie eine größere Dehnung und bieten im Drill somit mehr Puffer. Wichtig: Der Memory-Effekt der Schnur sollte möglichst gering sein. Ein typisches Mono-Problem. Die Schnüre merken sich quasi ihre Ursprungsform. Ein Problem, das direkt nach dem Aufspulen häufig zu Perücken führt. Deshalb sollten wir bis zum ersten Einsatz am Forellensee ruhig zwei Tage warten. In dieser Zeit kann sich die Schnur legen und an ihren neuen Zustand „gewöhnen“. Schließlich soll sie schön glatt von der Rolle laufen. Je nach Qualität der Schnur, ist der Memory-Effekt mehr oder weniger ausgeprägt.

Die Allround-Montage für (fast) alles

Es gibt eine Montage mit der ihr beim Forellenangeln bestens gewappnet seid: Die Posenmontage kombiniert mit einem Glasgewicht – dem sogenannten Ghost. Und so geht’s: Die Pose fädelt ihr auf die Hauptschnur. Nun folgt das klein Glasröhrchen. Im Anschluss eine Gummiperle und ein Dreifachwirbel. Dieser verhindert, dass sich unsere Schnur durch einen rotierenden Köder aufdreht. Das Vorfach sollte 50 bis 70 Zentimeter lang sein. Was aber hat es auf sich mit dem Ghost? Was unterscheidet Gas von Blei? Ganz einfach. Glas hat ein anderes spezifisches Gewicht. Es wiegt im Wasser deutlich weniger und sinkt dadurch langsamer ab. Für unsere Beispiel-Montage verwenden wir eine leichte 4 g Pose und einen 8 g schweren Ghost. Mit einem ähnlich schweren Blei würde unsere Pose ratzfatz sinken. Da das Glasröhrchen unter Wasser jedoch ungefähr nur halb soviel wiegt wie über Wasser, kommen wir mit dieser feinen Kombination auf beachtliche Wurfweiten. Zudem können wir unsere Posenmontage beim Forellenangeln ganz unterschiedlich anbieten. Variante 1: Wir nutzen sie zum Schleppen mit Forellenteig, Bienenmaden oder Mistwürmern. Je nach Wassertiefe verschieben wir die Pose entsprechend auf der Hauptschnur. Variante 2: Wir angeln stationär an einem Platz. Posenangeln wie wir es seit Ewigkeiten kennen. Und Variante 3: Wir setzen die Montage zum Grundangeln ein. All das funktioniert ganz hervorragend und sorgt für Abwechslung.

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Montagen, mit denen ihr die Fische überlisten könnt. Versucht es am Forellensee doch auch mal mit dem Carolina-Rig. Hat im Test prima geklappt.

Wir wünschen euch viel Erfolg und bedanken uns ganz herzlich bei der Teichwirtschaft Lehmann.