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Der Aal

Für viele Anglern dürfte der Aal wohl zu den beliebtesten Fischen zählen. Er kommt in den meisten Gewässern vor, ist nicht sonderlich anspruchsvoll und macht sich zudem ganz hervorragend in der Küche. Aale leben in Bächen, Flüssen, Seen und Meeren. Beim europäischen Aal unterscheiden wir zwischen dem Spitzkopfaal und dem Breitkopfaal, der auch unter dem Namen Raubaal bekannt ist. Während beim Breitkopfaal neben Würmern, Schnecken und Insekten auch größere Fische auf dem Speiseplan stehen, begnügt sich der Spitzkopfaal mit kleinerer Beute.

Entgegen der viel verbreiteten Meinung, zählen Aale wissenschaftlich nicht zu den Aasfresser. Wenn möglich, bevorzugen sie frische Beute. Aale gelten als Nahrungsopportunisten und gehören somit zu den Allesfresser. Überhaupt ranken sich um den Aal viel Mythen. Besonders die Fortpflanzung wirft zum Teil noch etliche Fragen auf. Im Alter zwischen 10 und fünfzehn Jahren ziehen Aale zum Laichen in die Sargassosee. Ein Gebiet im Atlantik, gelegen vor der Küste Floridas. Nach dem Laichakt sterben die Fische. Ihre Larven, die sogenannten Glasaale, treiben mit der Strömung in küstennahe Gewässer Richtung Nordamerika und Europa. Von dort aus ziehen sie in unsere Flüsse und Seen. Viele dieser Abläufe sind jedoch noch nicht genau geklärt. Fest steht hingegen: Die Aalbestände sind gefährdet. Zunehmend verhindern verbaute Wasserwege ihre Wanderung. Unzählige Aal sterben in den Turbinen der Kraftwerke. Zudem gelten junge Glasaale vielerorts als Delikatesse.

Die Standplätze der Aale

Aale liebe Verstecke. Und die können je nach Gewässer von ganz unterschiedlicher Struktur sein. Gut für uns, wenn wir diese Verstecke kennen. Die Fische hausen in Spalten, Höhlen, zwischen Steinen, unter versunkenen Bäumen oder in gefluteten Bauwerken. Oft bietet ihnen die kleinste Ritze Schutz. Erst wenn sie der Hunger treibt, machen sich die Aale auf und streifen durch ihr Gewässer. Dabei bevorzugen sie oft ufernahe Regionen, denn dort ist fast immer was zu finden. Insekten, Würmer oder ins Wasser gefallene Schnecken sind eine willkommene Mahlzeit. Genauso interessant sind steilere Kanten. Überall dort, wo sich kleine Fische aufhalten, sind auch die Aale nicht weit. Und natürlich gehören auch die Plätze vor ihren Verstecken zu den absoluten Hotspots beim Aalangeln.

Rute zum Aalangeln

Welche Rute sollte es zum Aalangeln sein? Aus dieser Frage muss man keine Wissenschaft machen. Greift einfach zu einer mittelschweren Hecht- oder Karpfenrute. Das Wurfgewicht sollte um 80 Gramm liegen. Damit seid ihr auf alle Fälle auf der sicheren Seite. Wichtig: Die Rute sollte genug Power haben, um dem Aal im Drill ordentlich Paroli zu bieten und ihn schnell zu landen. Das ist das A und O. Ist dies nicht der Fall, kann es heikel werden. Zu gerne wickeln sich Aale im Drill um Äste oder andere Hindernisse. Dann ist der Fisch leider oft verloren. Eine recht harte Rute bietet zudem den Vorteil, dass der Anhieb gut durchkommt. Die Länge solltet ihr auf euer Gewässer abstimmen. Beim Angeln auf Aal am kleinen Bach darf der Stecken natürlich um einiges kürzer ausfallen als an einem großen Fluss oder See, wo es unter Umständen auf die entsprechende Wurfweite ankommt. Kombiniert die Rute mit einer 3000er oder 4000er Rolle. Ob ihr diese beim Aalangeln mit monofiler oder geflochtener Schnur bespult, müsst ihr abwägen. Beide haben Vor- und Nachteile. Wegen ihrer geringen Dehnung bietet sich die geflochtene Schnur gerade bei größeren Distanzen an. Der Kontakt zum Fisch ist direkter, der Anhieb kommt besser durch. Die monofile Schnur hingegen hat wesentlich mehr Dehnung, ist dafür aber um einiges unempfindlicher bzw. abriebfester.

Montage zum Aalangeln

Welche Montage ist die beste zum Angeln auf Aal? Auch diese Frage ist schnell beantwortet. Zumindest dann, wenn wir vorerst bei der absoluten Standard-Grundmontage bleiben. Da der Aal beim Biss möglichst keinen Widerstand spüren sollte, müssen wir dafür sorgen, dass unser Gewicht nicht im weichen Gewässerboden versinkt. Dafür nutzen wir einen so genannten Anti-Tangle-Boom. Ein kleines Röhrchen, das wir auf die Hauptschnur fädeln. In den Karabiner dieses Anti-Tangle-Röhrchens hängen wir unsere Bleiolive. Alternativ tut es auch ein einfacher Wirbel samt Karabiner, den wir ebenfalls auf die Hauptschnur ziehen. Oft ist dies sogar die bessere Variante. Sollte der Gewässergrund beim Aalangeln stark schlammig sein, kommt ein kleiner Seitenarm zum Einsatz. Heißt: zwischen Wirbel und Blei schalten wir zusätzlich ein kleines Stückchen monofile Schnur.

Jetzt fädeln wir auf die Hauptschnur eine kleine Perle. Diese soll den Knoten nun folgenden Wirbel schützen. Die Wahl des Gewichtes ist natürlich abhängig vom Gewässer. In Seen und langsam fließenden Bächen reichen gut 40 Gramm. Fertig ist die Montage zum Aalangeln.

Vorfach zum Angeln auf Aal

Fehlt noch das Vorfach zum Aalangeln. Während viele Angler auf Stahl schwören, setzen andere auf Monofil. Die weiche Schnur in einer Stärke um 0,30 mm reicht völlig, sagen die einen. Sicher ist sicher, meinen die anderen. Denn immerhin ist das Maul der Fische mit vielen kleinen Raspelzähnen ausgestattet. Entscheidet ihr euch für ein Stahlvorfach, sollte eine Tragkraft von gut 6 kg in der Regel reichen. Achtet in jedem Fall darauf, dass ihr das Vorfach bei der Laufbleimontage nicht zu lang wählt. Je länger das Vorfach, desto unbemerkter kann sich der Aal an unserem Köder zu schaffen machen. Längen zwischen um 40 Zentimeter sind beim Aalangeln optimal. Je nach Köder kommen Haken in den Größen 2 bis 8 zum Einsatz.

Aalangeln mit der Festbleimontage / Selbsthakmontage

Alternativ zu dieser Variante könnt ihr beim Aalangeln aber auch eine Festbleibmontage bzw. Selbsthakmontage einsetzen. Diese Methode ist vor allem beim Karpfenangeln Standard und eignet sich besonders in schnell fließenden Gewässern. Zum einen halten wir unseren Köder mit einem schweren Gewicht um 100 Gramm am Platz, zum anderen sind auch Aale im Strom oft um einiges unvorsichtiger. Im Gegensatz zur Laufbleimontage wird das Gewicht auf der Hauptschnur fixiert. Das Prinzip ist ganz einfach: Der Aal schnappt sich unseren Ködern, schwimmt weg und hakt sich durch das schwere Blei selbst. Wie schwer ihr das Gewicht genau wählt, hängt natürlich von der Strömungsgeschwindigkeit eures Gewässers ab. Wählt das Bleib aber lieber zu schwer, als zu leicht. Als Bissanzeiger könnt ihr bei dieser Methode prima auf die gute alte Aalglocke setzen, die an der Rutenspitze montiert wird.

Die besten Köder zum Aalangeln

In Punkto Köder können wir beim Aalangeln aus dem Vollen schöpfen. Aale sind nicht sonderlich wählerisch und gelten als Nahrungsopportunisten. Das heißt, sie nehmen vielfach was sie kriegen können. Viele Wissenschaftler sind sich deshalb einig: Aale zählen zu den Allesfressern und nicht wie häufig angenommen zu den Aasfressern.

Dieser Mythos existiert wohl spätestens seit der „Blechtrommel“ - der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Günter Grass. Darin beobachtet der kleine Oskar Matzerath wie Hafenarbeiter einen Pferdekopf aus dem Wasser ziehen, in dem sich etliche Aale schlängeln. Nicht ausgeschlossen, dass dieser Pferdekopf für die Aale eine willkommene Mahlzeit war. Allerdings bevorzugen die Fische überwiegend frische Nahrung. Und wir erinnern uns: Aale lieben Verstecke.

Auf ihren Beutezügen haben es die Fische auf Würmer, Schnecken, Larven, Insekten, Egel, Muscheln, Krebse oder kleine Fische abgesehen. Damit ist klar, auf welche Köder wir beim Aalangeln setzen können und sollten. Und mehr noch. In Frage kommen außerdem Maden, Mehlwürmer, Käse, Frühstücksfleisch, Hühnerdärme, Leber oder andere Innereien. Trotz dieser Vielfalt sind es vor allem aber zwei Köder, die sich beim Aalangeln durchgesetzt haben: Einem dicken, saftigen Tauwurm oder einem toten Köderfisch bzw. kleinen Fischfetzen können Aale nur schwer widerstehen. Das heißt: Beim Aalangeln können wir experimentieren, müssen wir aber nicht. Diese beiden Top-Köder zum Angeln auf Aal fangen seit Ewigkeiten und sie werden es auch weiterhin tun.

Wichtig: Achtet darauf, dass eure Köder immer frisch sind und tauscht sie häufiger mal aus.

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