Tierschutzbund startet Kampagne gegen Catch & Release

Töten auf Raten. Deutscher Tierschutzbund gegen Catch & Release

22.08.2015
7605

Warum ist Catch and Release so problematisch?

Diente das Angeln früher vor allem dem Nahrungserwerb, wird es heute eher als „Sport“ und Freizeitbeschäftigung betrieben. Völlig außer Acht wird dabei gelassen, dass Fischen beim Angelvorgang Schmerzen und Leiden zugefügt werden. Fische allein zum Spaß zu angeln, ist Tierquälerei. Trotz eindeutiger Rechtslage werden aber immer wieder gezielt große Fische geangelt und diese anschließend ins Gewässer zurückgesetzt (Catch and Release). Oft werden die „Fangerfolge“ zuvor durch Wiegen, Vermessen, Veröffentlichungen von Fotos in Zeitschriften und Internet dokumentiert – eine Prozedur, die für die Fische besonders belastend ist. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt das Angeln al s Sport und Freizeitbeschäftigung ab, da leidensfähige Tiere nicht zur Freizeitbeschäftigung missbraucht werden dürfen. Darüber hinaus setzt er sich besonders dafür ein, dass tierschutzwidrige Pr aktiken in der Angelfischerei endgültig abgeschafft werden.

 

Was passiert mit den Tieren beim Catch an Release?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass auch bei Fischen von einem Schmerzempfinden ausgegangen werden kann. Der gesamte Vorgang des Catch and Release ist somit für die Tiere eine Qual. Beginnend mit dem Eindringen des Angelhakens in das empfindliche Maul oder gar den Kiemenbereich, den energiezehrenden „Drill“ (also der Kampf mit dem Fisch, der für viele Angler das eigentliche Erlebnis ausmacht), der Atemnot der Fi sche beim Herausnehmen aus dem Wasser bis hin zu teilweise lang andauernden Handlings an Land.

 

Ist Catch and Release in Deutschland erlaubt?

Angeln ist nach dem Tierschutzgesetz nur dann zulässig, wenn die Fische für den Zweck der Ernährung (oder zur Gewässerhege) geangelt werden . Rechtlich zulässig ist das Zurücksetzen von Fischen nur dann, wenn diese in der Schonzeit gefangen wurden oder noch nicht das Mindestmaß erreicht haben. Das Catch and Release, bei dem au s reiner Profilierungssucht gezielt auf große Fische geangelt wird, die gar nicht der Ernährung dienen sollen, ist ein eindeutiger Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

 

Wie wird Catch and Release praktiziert?

Trotz eindeutiger Rechtslage wird das Catch and Release jedoch meist von Anglern im Geheimen durchgeführt und durch einschlägige Zeitschriften propagiert oder zumindest geduldet.
Strafverfolgungen sind schwierig, da nicht nur das Zuschaustellen mit dem Fisch, sondern auch das Zurücksetzen der Tiere nachgewiesen werden muss.
 

Was macht der Deutsche Tierschutzbund?

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich für ein gesellschaftliches Umdenken ein. Das Angeln ist kein Selbstzweck und Fische sind keine Sportgeräte, sondern schmerzempfindliche und leidensfähige Tiere, die unseres Schutzes bedürfen.
Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dafür ein, dass tierschutzwidrige Angelmethoden abgeschafft werden. Dabei drängen wir auf strenge Gesetze und Verordnungen in den Bundesländern.
Gegen Angler, die Catch and Release betreiben oder sich anderer tierschutzwidriger Methoden bedienen, erstatten wir Strafanzeige.
 

Was fordert der Deutsche Tierschutzbund?

Das Angeln von Fischen allein zum Spaß und fürs eigene Ego ist Tierquälerei. Stoppt “Catch and Release”!
Denn einen Fisch immer wieder zu fangen und freizulassen, bedeutet Schmerz, Leiden und schließlich seinen schleichenden Tod.
 

Wie können Sie helfen?

Es gibt sinnvollere und tierfreundlichere Freizeitbeschäftigungen als das Angeln!Boykottieren Sie kommerzielle Angelteiche und Veranstaltungen, bei denen geangelt wird.Machen Sie auch in Ihrem Bekanntenkreis auf Tierschutzprobleme durch Angeln aufmerksam.
Schreiben Sie an die für Tierschutz und Naturschutz zuständigen Ministerien Ihres Bundeslandes und fordern Sie diese auf, strenger gegen tierschutzwidrige Angelpraktiken wie das Ctach & Release vorzugehen.
 
Quelle: Deutscher Tierschutzbund / www.tierschutzbund.de